banner

News & Infos

Neue Angabe „Enthält Sulfit“ auf dem Weinetikett.

Die Aktualisierung der Lebensmittelkennzeichnungsrichtlinie (2003/89/EG) umfaßt Lebensmittel ebenso wie Getränke und – das ist neu - alkoholische Getränke. Demnach müssen Zutaten, wie Schwefeldioxid, künftig auf dem Weinetikett aufgeführt werden. Was hat sich seit dem 25.11.2005 geändert?

Gemäß einer im vergangenen Jahr verabschiedeten Änderung der EU-Lebensmittelkennzeichnungs-Richtlinie (2000/13/EG) müssen potentielle Allergieauslöser auf den Verpackungen von Lebensmitteln deklariert werden. Welche Zutaten dazu gezählt werden, ist in einer 12-Punkte-Liste aufgenommen und reichen von glutenhaltigem Getreide über Erdnüsse und Eiweißprodukte wie: Milch, Ei, Fisch und Krustentiere, sowie Sellerie und Senf bis hin zu Schwefeldioxid und Sulfiten.

Gemäß der nun obligatorischen Kennzeichnungspflicht, müssen alle Weine, die nach dem 25.11.2005 abgefüllt wurden, den Zusatz „enthält Sulfit" tragen, wenn „Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/l angegeben als SO2" enthalten sind. Die Angabe muß an „gut sichtbarer Stelle, in der jeweiligen Sprache des EU-Landes in der der Wein in Verkehr gebracht wird, lesbar und unverwischbar" auf dem Etikett stehen.

Warum werden Weine geschwefelt? Das Schwefeln (SO2, Schwefeldioxid, Schweflige Säure, Sulfite) ist eine traditionelle antimikrobielle und antioxidative Maßnahme, die schon im griechischen Altertum praktiziert wurde. Bakterien, Schimmelpilze und damit deren giftige Produkte (Mykotoxine) werden vermieden und der Wein vor zu schneller Oxidation (Firngeschmack, Braunwerden) geschützt. Dazu bindet der Schwefel auch unerwünschte Gärungsnebenprodukte und stabilisiert die gesundheitlich positiv bewerteten Polyphenole. Letztere verlieren ohne Schwefel schnell ihren präventiven, antioxidativen Effekt und Rotwein seine wichtigen Farbkomponenten. Zudem wird der Bildung von Histamin (durch „mikrobielle" Decarboxilierung der Aminosäure Histidin) entgegengewirkt.

Es gibt keine andere Substanz, die solch wichtige Eigenschaften verbindet, wie die selektive antimikrobielle und antioxidative Wirkung mit den enzymhemmenden Eigenschaften und der Fähigkeit, Carbonylverbindungen in geschmacklich neutrale Verbindungen zu überführen. Versuche, Schwefel durch andere Mittel, wie Ascorbinsäure zu ersetzen, haben die Erwartungen nicht erfüllt. Schwefel ist ein Hilfsmittel, das auch von uns Biowinzern verwendet werden darf. Unsere Weine bleiben jedoch weit unterhalb der gesetzlich erlaubten Menge!

Der Zusatz von Schwefel, heute in Form von flüssigem SO2 oder festem Kaliumdisulfit, ist eine uralte, traditionelle Maßnahme zum Schutz der Weine, die schon im griechischen Altertum praktiziert wurde. Dadurch wird der Wein vor schädlichen Bakterien und Schimmelpilzen geschützt, sowie eine negative farbliche und geschmackliche Veränderung (Braunwerden, Firngeschmack) verhindert. Außerdem bindet Schwefel unerwünschte Gärungsnebenprodukte und stabilisiert die gesundheitlich positiv bewerteten Polyphenole, die sonst schnell ihre Wirkung verlieren würden. Rotweine würden ohne Schwefelzusatz in kürzester Zeit ihre wichtigsten Farbkomponenten verlieren.

Es gibt zurzeit keine andere Substanz, die in der Lage wäre den Schwefel zu ersetzen. „Schwefelfreien Wein" gibt es nicht, da von den Hefen bei der Gärung Schwefel in der gleichen Form wie der zugesetzte gebildet wird und danach in einer Konzentration bis zu 40mg/l vorliegt. Die Höchstgehalte an SO2 sind europaweit einheitlich geregelt und richten sich nach der Weinart und dem Restzuckergehalt der Weine. Die Einhaltung der Werte wird analytisch kontrolliert.

Wie wirkt Schwefel/Sulfit im Körper? Sulfit wird im Körper durch Enzyme, ohne die kein Leben möglich wäre, zu Sulfat umgewandelt und ausgeschieden. Der menschliche Organismus produziert aus Nahrungseiweißen täglich 2.500 mg SO2 und muß zusätzlich noch das Schwefeldioxid aus der Luft bewältigen. Somit ist die Menge des so genannten „endogenen Schwefels" um ein vielfaches größer als der Schwefel, den man dem Körper durch Wein zuführen könnte. Nur eine Überdosierung nach oraler Einnahme von 1.000 mg/l kann Durchfall, Brechreiz und Kopfschmerzen auslösen. Bei Mitgliedern der äußerst seltenen Patientengruppe der Sulfit-Asthmatiker (ca. 10% der Asthmatiker) kann der Schwefel Unverträglichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Nesselsucht, Fließschnupfen oder Blutdruckabfall hervorrufen. Deshalb wird Schwefeldioxid auch zu den Allergenen gezählt, obwohl es kein Allergen im klassischen Sinne ist, da es keine speziellen Antikörper provoziert.

Meine persönliche Anmerkung zu diesem Thema: „Ich finde den Zusatz so wichtig wie der Hinweis auf amerikanischen Mikrowellengeräten, daß diese nicht zum Trocknen von Haustieren geeignet sind!"

berlinale-supplier
Zum 4. Mal als offizieller Lieferant der Berlinale ausgewählt!
Youtube
ecowinner diplom certificate certificate